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3. Juni 2026 von netzmeister Beitrag kommentieren

Semesterchronik Juni 2026

Die AKV Burgundia floriert! Es ist schon erstaunlich, was ein passendes Stammlokal für eine Verbindung ausmachen kann. Vor allem werden unsere wöchentlichen Anlässe, Apéro am Dienstag und Nachtschoppen am Mittwoch, wieder in grossen Zahlen besucht, und auch Altherren oder Mitglieder von anderen Verbindungen können regelmässig in der Burgunder Taverne begrüsst werden. Auch die wiedererlangte Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit ist meines Erachtens eine nötige Komponente für das Verständnis und die Akzeptanz aller Studentenverbindungen, vor allem für Personen, welche sich in diesem Umfeld gar nicht auskennen.

Daher auch an dieser Stelle der Appell: Zeigt euch als Verbindung, sucht das Gespräch, erklärt
das Verbindungsleben, seid aber auch offen für andere Meinungen, welche euch ganz bestimmt
entgegenkommen werden, und versucht, starre Blicke aufzuweichen. Gerade in einer Zeit, in der
Schlagzeilen, extreme und festgefahrene Meinungen die Überhand zu gewinnen scheinen, sind offene Diskussionskultur, Verständnis, aber auch eine gewisse Kompromissbereitschaft essenziell. Nur so können wir einander weiterhin auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam einen Verein oder auch die Gesellschaft allgemein weiterbringen, und nur so wird unser Leben nicht von Unverständnis und voreingenommenen Meinungen dominiert werden.

Mit Burgundergruss, pro Deo et Patria!

Severin Knüsel v/o Acker

Rubrik: Aktivitas

30. März 2026 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Pferch (1933-2026)

 

Unser lieber AH Eugen Graf v/o Pferch ist am 27. März 2026 verstorben.

Die Aufbahrung im Krematorium Bern ist zugänglich bis am Mittwoch, 01.04.2026, um 20:00 Uhr.


  • RIP Pferch (1933-2026)

Rubrik: RIP

7. März 2026 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Sattel (1936-2026)

 

Unser lieber AH Josef Bieri v/o Sattel ist am 27. Februar 2026 verstorben.

Der Abschiedsgottesdienst mit anschliessender Urnenbeisetzunge wird findet am 19. März 2026, 09:00 Uhr, in der Kirche St. Jakob in Cham statt.


  • RIP Sattel (1936-2026)

Nekrolog

Eine beeindruckend grosse Trauergemeinde nahm am Josefstag in der St. Jakobskirche in Cham Abschied vom Tierarzt Josef Bieri. Josef Bieri v/o Sattel ist am 27 Februar nach kurzem Spitalaufenthalt an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben. Als erstes von neun Kindern war er am 21. August 1936 auf einem abgelegenen Kleinbauernbetrieb im Napfgebiet in der Gemeinde Escholzmatt zur Welt gekommen. Der tägliche Schulweg hinunter ins Dorf dauerte annähernd eine Stunde; bergab ging’s schneller, bergauf brauchte man dann etwas mehr Zeit.

Den Einstieg ins Gymnasium machte der begabte Schüler im Studienheim St. Klemens in Ebikon, die Matura dann 1958 bei den Benediktinern in Altdorf. Dort trat er der Mittelschulverbindung Rusana bei und erhielt den Vulgo Stiefel; ob sich dieser vom Schuhwerk ableitete, das ja dann zum späteren «Outfit» des angehenden Tierarztes gehören sollte, oder wohl eher vom Umgang mit einem entsprechend geformten Trinkgefäss herrührte, bleibt sein Geheimnis.

Im Wintersemester 1958/59 immatrikulierte er sich an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Bern und trat der Burgundia bei; sein Vulgo mutierte bei den Burgundern im Sinne
einer akademischen Höherstufung von «Stiefel» zu «Sattel».

Das Geld fürs Studium verdiente sich Sattel während der Semesterferien weitgehend selbst, zunächst als Arbeiter auf dem Bau, dann als Kontrolleur bei der Dampfschifffahrtsgesellschaft auf dem Vierwaldstättersee und später als Assistent in diversen Tierarztpraxen. Der Unterricht erfolgte damals noch im alten Tierspitalgebäude in der Inneren Enge. Die Zahl der Eingeschriebenen war mehr als überschaubar, Studentinnen der Tiermedizin im Gegensatz zu heute fast eine exotische Rarität.

So waren es denn vier Konsemester, die ihr Studium zusammen am 24. Februar 1964 mit dem Staatsexamen abschlossen. Diese Studienkollegen blieben einander fortan in einer lebenslangen Freundschaft verbunden; untereinander pflegten sie «ein fein Kollegium», zwar nicht zu dritt, wie es im schönen Lied besungen wird, wohl aber zu viert. Die legendäre «Viererbande» traf sich alljährlich zu einer meist mehrtägigen «Kulturreise», bei der Sattel noch im vergangenen Jahr mit dabei gewesen war.

Nach dem Studienabschluss verfasste Sattel seine 1966 erschienene Dissertation über ein Thema der Milchhygiene und konnte anschliessend als Assistent und Praxisvertreter an insgesamt 21 verschiedenen Orten, verteilt über die ganze Schweiz, berufliche Erfahrungen sammeln, darunter auch während zweier Winterhalbjahre in Birmensdorf, wo er seine spätere Gattin Trudi Wüst kennenlernte.

Im Juli 1967 übernahmen die beiden zusammen eine bereits bestehende Grosstierpraxis in Cham, heirateten dann im darauffolgenden Oktober und wurden in der Folge glückliche Eltern von je zwei Söhnen und Töchtern. Nach wenigen Jahren konnte die Familie in Hagendorn ihr eigenes wunderschönes Haus beziehen.

Die zahlreichen Assistentenstellen und Praxisvertretungen hatten Sattel zu einem versierten Nutztierpraktiker gemacht, der die anspruchsvolle Klientel der Zuger Braunviehzüchter auf ihren grossen Betrieben zur vollen Zufriedenheit bedienen konnte und der seinen Beruf mit grossem Engagement und auch mit Freude ausübte. Selbst hatte ich das Glück, dass ich 1974 nach meinem Staatsexamen während mehrerer Wochen als Praktikant bei ihm hospitieren durfte. Die dort gesammelten Erfahrungen, vor allem auch der Umgang mit den Tierhaltern, haben mir den anschliessenden Einstieg in meine erste Assistentenstelle wesentlich erleichtert. Mit seinem Entlebucher Dialekt, den er während all der Jahre nahezu unverfälscht beibehalten hatte, und seiner bedächtigen und ruhigen Art des Auftretens verband sich eine natürliche Autorität, die von den Bauern respektiert wurde, ohne dass es dazu vieler Worte bedurfte. Jede Art von Standesdünkel, wie ihn damals zum Teil ältere Kollegen noch pflegten, war ihm fremd.

Sein ruhiges und bedächtiges Wesen beeindruckte uns auch im Kreis der Burgundia: Sattel liebte die Geselligkeit, nahm, wenn immer möglich, an Verbindungsanlässen teil und besuchte auch regelmässig den regionalen StVer-Stamm. Er war eher der stille Geniesser, dem eine gediegene Corona mit ihren Anekdoten und mehr oder weniger geistreichen Voten mehr zusagte als der laute Komment- und Kommersbetrieb.

Diese Geselligkeit pflegte er auch ausserhalb des Couleurstudententums, so im Kreise der Waidmänner und Schützen, im Rotary Club Zug-Zugersee, zu dessen Gründungsmitgliedern er im Jahre 1986 gezählt hatte, und in der Offiziersgesellschaft, der er als einstiger Regiments-Pferdarzt im Majorsrang angehörte. Noch im Alter von 88 Jahren schoss er beim «Obligatorischen» mit der Pistole fünf Mal eine Zehn. Eine besondere Freude bereiteten ihm die Schwingfeste. Dem Schwingclub Cham-Ennetsee war er ein treues Mitglied; er reiste jeweils ganze zwei Tage an die grossen Schwingfeste.

Nach der Praxisaufgabe bezogen Trudi und Sattel eine schöne Wohnung in Cham, wo beide ihr wohlverdientes «otium cum dignitate» geniessen und sich an der quirligen Schar ihrer sechs Enkelkinder erfreuen durften. Nun hat Freund Hain angeklopft und ein reich erfülltes Tierarztleben hat sein Ende gefunden. Sit tibi terra levis!

Jürg Eitel v/o Schmär

    Rubrik: RIP

    22. Februar 2026 von netzmeister Beitrag kommentieren

    Semesterchronik Februar 2026

    Und es gibt ihn doch, den Burgunderstamm in der Bundesstadt. Nach langem Hin und Her und mehreren Verzögerungen durften wir am 1. November 2025 wieder an die Speichergasse 15 ins Burgunderhaus zurückkehren. In der frisch umgebauten Burgunder Taverne trifft moderne Einrichtung auf den Charme von traditionellen Meisterstücken (auf den S. 28–29 kannst Du einen Blick in den neuen Burgunder Stamm werfen).

    Der Reiz eines Bistros wird jeweils mittwochs durch die Heiterkeit und Kantusgesänge des Stammbetriebes ergänzt. Und Gerüchten zufolge verirre sich gar an jedem mit «g» endendem Wochentag mindestens ein Burgunder an den Stammtisch in der Speichergasse.

    Der neue Stamm ist für die ganze Aktivitas, aber auch die Altherrenschaft, eine riesige Erlösung nach Jahren ohne eigentliches Zuhause. Ein Ort, wo Verbindungsmitglieder geschätzt, gar gekannt werden, in einer Zeit, in der viele Gaststätten die Distanz zu den Studentenverbindungen suchen. Gerade am Standort Bern ist es für viele Verbindungen schwierig geworden, ein passendes Stammlokal zu finden, wo ein würdiger Stammbetrieb durchgeführt werden kann. Glücklicherweise ist für uns nun wieder klar, wo das Bier zusammen getrunken wird, wo die Altherren den Aktiven auf die Finger schauen können, und wo der Stall die unendlich wichtigen Diskussionen des BC verpasst.

    An dieser Stelle möchte ich auch alle vorbeiziehenden Couleurikerinnen und Couleuriker animieren, doch einen Blick in der Speichergasse 15 zu riskieren. Für alles Weitere kann man natürlich nicht garantieren.

    Mit Burgundergruss, pro Deo et Patria!

    Severin Knüsel v/o Acker

    Rubrik: Aktivitas

    29. Dezember 2025 von netzmeister Beitrag kommentieren

    RIP Tschiang (1936-2025)

     

    Unser lieber AH Urban Kaiser v/o Tschiang ist am 27. Dezember 2025 verstorben.

    Der Trauergottesdienst findet am Freitag, 2. Januar 2026, 14:30 Uhr, in der Collégiale von Romont statt.


    • RIP Tschiang (1936-2025)

    Nekrolog

    Tschiang liebte das Leben, seine Familie, das Verbindungsleben, den Wein, seine Pfeife, die Berge, den gepflegten Gesang und den Humor. Geboren wurde er im solothurnischen Biberist. Bemerkenswert bei Tschiangs Lebenslauf ist, dass er im Alter von drei Jahren bereits seinen Vater, Erhard Kaiser, verlor. Sein Vater verstarb im Aktivdienst zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und hatte somit eine militärische Beerdigung. Im Alter von zehn Jahren musste Tschiang auch noch den Tod seiner Mutter verkraften.

    Seine Schwester Ursula, damals 21 Jahre, übernahm die Rolle der Mutter; Tschiang nannte sie seine zweite Mutter. Sie wurde stark unterstützt von der Schwester Annemarie; Tschiang nannte sie seine dritte Mutter.

    Seine Schwestern ermöglichten Tschiang den Zutritt zum Collège St. Michel in Freiburg, wo Tschiang im Internat seine Gymnasialzeit absolvierte. So lernte Tschiang schon sehr früh Eigenverantwortung und Selbstdisziplin. In den Wochenenden des Internats konnte er zu seiner vierten Herzensmutter Kläri gehen. Sie war die Frau seines Bruders Alois. Während der Gymnasialzeit trat er der ältesten Verbindung des Schw. StV bei, der GV Zähringia, bei welcher er fast zwanzig Jahre als AHP amtete.

    Als er im Herbst 1956 in die Burgundia eintrat, war Gmür v/o Stop Senior und erneuerte den Burgunderkomment. Tschiang war damals frisch eingetretener Fuchse und ist auch irgendwo im damaligen Burgunderkomment verewigt. Vermutlich trinkt der Fuchse Tschiang dem Senior Stop eine Blume zu. Nach Abschluss seines Studiums als lic. rer. pol. dissertierte er in der Musenstadt Bern 1967 zum Thema «Die Wirtschaftspolitik im Schweizerischen Bundesstaat».

    Bei den Burgundern war er später mehrere Jahre Präsident des Burgunderhauses. Als guter Ökonom arbeitete er lange bei Nestlé und dann viele Jahre in der Direktion der Condensateurs Fribourg SA als Finanzchef.

    Tschiang lernte seine Frau Elisabeth an einem Burgunderball kennen. Die Heirat folgte 1965. Und Tschiang betitelte seine Schwiegermutter als seine fünfte Mutter. Er baute in Belfaux mit seiner Frau Elisabeth ein Haus, wo er das Familienleben mit Elisabeth und seinen zwei Töchtern Chantal und Astrid genoss. Diese schenkten ihm Enkelkinder: Noah, Nicolas, Manon und Julia. Tschiang verehrte und liebte seine Elisabeth, die im Jahr 2005 viel zu früh verstarb. Das setzte Tschiang zu, aber er zeigte es nicht nach aussen.

    Einen weiteren Schicksalsschlag mussten Tschiang und insbesondere seine Tochter Chantal v/o Tschianna und sein Schwiegersohn Beat v/o Rasputin 18 Jahre später hinnehmen. Völlig unerwartet sackte ihr lebensfroher Sohn Nicolas in der Grenadiers-RS bei einem 2,5-Kilometer-Eilmarsch zusammen. Wieder ein Begräbnis mit militärischen Ehren. Tschiang fand den Halt im Leben im Glauben, in der Familie und im Freundeskreis des Couleurstudententums.

    Bei den Burgundern lernte er seinen grossen Couleurfreund Georges Bärtschi v/o Schrube kennen. Als Schrube AHP der Alemannia war, wurde Tschiang 1975 am 80-jährigen Jubiläum als Ehrenphilister in die Alemannia aufgenommen. Wen wundert’s?

    Am Stammtisch im Touring entstand auch im Jahr 1979 die Idee unter den drei Freunden Bärtschi v/o Schrube, Rohr v/o Pfiff und Kaiser v/o Tschiang, das Zentralfest in Sion zu Fuss anzumarschieren. Im Jahr 1986 gründete Schrube in Kippel, im Lötschental, den Orden der Wandernieren. Schrube war Ordensstifter und er setzte seine Freunde Rohr v/o Pfiff als «navigator maximus» (Oberseich) und Tschiang als «urethra» (Seichleiter) ein. Die von Ordensstifter Schrube verfassten Ordensregeln haben heute noch Bestand.

    Zwei Punkte stechen bei den Ordensregeln speziell hervor: die Zwecklosigkeit und die Willkür der Ordensleitung. Schrube erkannte den hohen Wert der Zwecklosigkeit, weshalb er sie als heilig betitelte. So führte Tschiang, im Militär Oberleutnant der Infanterietruppen, die Wandernieren während 35 Jahren an die Zentralfeste des Schw. StV. Er übergab das Amt des Seichleiters 2014 an Diskus, der es dann 2019 an Agrar als zweiten Nachfolger von Tschiang übergab.

    Ein weiteres Markenzeichen von Tschiang war sein zerdrückter Burgunder-Biedermeier. Ich kenne Tschiang nur mit diesem Mutz inkl. Pfeife. Tschiang brauchte wenig Schlaf, selten mehr als drei bis vier Stunden. Auch Napoleon hatte dieses Syndrom. In der Nacht las er viel. Bei den zahlreichen Lektüren erweiterte Tschiang seinen Horizont.

    Die letzten drei Jahre lebte Tschiang in Romont, in der Nähe seiner Tochter Astrid. Er durfte die letzten Weihnachten noch im Kreise seiner Lieben erleben. Nun ist die Stimme von Tschiang verstummt. Eine ausserordentliche Persönlichkeit, gepaart mit einer wohltuenden Bescheidenheit, integer, religiös, aufrecht, sympathisch und mit einer menschlichen Kompetenz, die ihresgleichen sucht, hat den «ewigen Ordensmarsch» angetreten. Nun ist er bei seiner geliebten Elisabeth. Lieber Tschiang, Danke, dass wir Dich erleben durften.

    Erich Schibli v/o Diskus, VCP

    Rubrik: RIP

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