Dass die AKV Burgundia 1865 gegründet wurde, weiss jeder. Jeder zumindest dem es vergönnt war im tollsten Fuxenstall nördlich der Antarktis gesessen zu haben.
1995, 130 Jahre später, wurde ein neues Kreuz auf dem Eggerhorn unter dem Patronat der AKV Burgundia errichtet. Die Inschrift auf dem Querbalken des Kreuzes ist auch heute noch bestens zu lesen: Pro Deo et Patria B! 1865-1995.
Vor dem Kreuz steht ein Holzaltar, auf dem ebenfalls eine Inschrift zu finden ist: Eggerhorn Kreuzweihe 08.09.1996 Kardinal H. Schwery.
Seither folgten (fast) alle 2 Jahre eine Kreuzmesse auf dem Eggerhorn. Ein Gottesdienst fand dieses Jahr nicht statt. Davor wurde die Gipfelmesse jeweils von einem Kardinal, Bischof oder gar einem Papst gelesen. Letzterer war sogar mehr als einmal oben – nur reden wir hier von Hochwürden Paul Martone v/o Bapst.
Dieses Jahr waren sowohl Vitus der lokale Pfarrer von Ernen, Paul Martone v/o Bapst und auch der Bischof bereits verpflichtet, als ich sie vor 9 Monaten angefragt habe. Selbst Papst Franziskus hat leider abgesagt. So wurden ein paar tiefgreifende, besinnliche ja gar fantastische Worte vom Eggerhorn-X beim Gipfelkreuz vorgetragen.
Aber beginnen wir unten im Tal. Am Vortag trafen rund ein duzend Burgunder im Wallis ein. Ohne auf den kategorischen Aperitiv zu verzichten, wanderten wir über die Hängebrücke bei Fürgangen nach Ernen und durch den Wald hoch zur Chäserstatt, einer Alpe mit ein paar Walliserchalets und eben der Chäserstatt: Es ist die umgebaute Bergstation des alten Ernergalen-Seilbähnchens, dass das Skigebiet Ernergalen erschloss, welches es schon lange nicht mehr gibt. Heute ist es ein charmantes Berghotel mit hausinterner Bierbrauerei, feiner Küche und Wellnessangebot. Letzteres haben wir zugunsten ersterem verpasst, wie es ja auch nicht anders zu erwarten war.
Am Folgetag starten die Burgunder von der Chäserstatt ins Rappental bis Z Mübach und von dort aus hinauf auf den Gipfel des Eggerhorns – oder wer mit Kind oder Kater unterwegs war, dem Höhenweg auf der anderen Talseite folgend direkt zur Alpe Fried. Wie passend doch genau ein Burgunderlied über des Tales Grund erschallt, von den gegenüberliegenden Talseiten her im Widersang.
Beide Gruppen fanden sich letztlich auf der Alpe Fried ein. Der Weg vom Gipfelkreuz zur Alpe über die Nordflanke ist offiziell gesperrt, da der Weg durch das Wetter völlig ausgewaschen ist – aber die jungen Burgunder und Burgunderdame meisterten das unwegsame Gelände vortrefflich. Auf der Alpe Fried sponserte der Regionalverband den Aperitiv und die Gerstensuppe am offenen Feuer. Von der Alpe Fried bis nach Ernen war es noch ein ganzes Stück zu laufen – einfacher gings mit dem «360° openview» Berg-Taxi!




