Unser lieber AH Pierre-Marie Halter v/o Ritt ist am 8. August 2025 verstorben.
Der Trauergottesdienst findet am Dienstag, 19. August 2025, um 14 Uhr in der katholischen Kirche Bruder Klaus in Bern statt. Die Urnenbeisetzung ist im engsten Familienkreis.
Nekrolog
Wir nehmen Abschied von Pierre-Marie Halter v/o Ritt, von einer einzigartig hervorragenden Persönlichkeit, die unsere Gemeinschaft während Jahrzehnten führend mitgestaltete und für Generationen von Alemannen und StVern als Vorbild wirkte.
Pierre-Marie Halter verbrachte seine Jugendjahre im Wallis, absolvierte im Kollegium Spiritus Sanctus in Brig die Matura, studierte an der Universität Fribourg die Rechtswissenschaften, wurde Instruktionsoffizier der Schweizer Armee, realisierte die militärische Laufbahn zum Oberstdivisionär und befehligte 1978 bis 1985 die Grenzdivision 5 (ab 1981 Felddivision 5) mit rund 15 000 Wehrpflichtigen. Er war verheiratet mit der Freiburgerin Marguerite Leibzig (Guiguite). Sie hatten drei Kinder: Marie-Christine, Patricia und Jean-Marc.
Es war für Pierre-Marie selbstverständlich, dass er in Fribourg in die Alemannia eintreten würde. Erstens hatte seine Familie schon einen sehr guten Kontakt zur Alemannia, denn ein Onkel und zwei Cousins waren bereits Alemannen. Zweitens war für ihn klar, dass, wer als Brigenser nach Fribourg studieren ging, Alemanne wurde. So fuhr er an einem Dienstagnachmittag im Jahre 1947 nach Fribourg und ging schnurstracks zum damaligen Stamm der Alemannia im Hotel Suisse und meldete dort seinen Wunsch an, Alemanne zu werden. Erst anschliessend ging er zur Universität, um sich als Student einzuschreiben. Ritt war ein leidenschaftlicher Reiter, ein Hobby, das er bis zu seinem 63. Lebensjahr pflegte, weshalb ihn die Alemannen «Ritt» tauften.
Er war als Aktiver ein sehr engagierter Alemanne – im Sommersemester 1949 Senior und im Wintersemester 1949/50 Fuchsmajor. An der Uni amtete er mehrere Jahre als Sportpräsident. Während seiner alemannischen Aktivzeit lernte er seine spätere Gattin Guiguite an einem Alemannen-Tanzkurs kennen. Die wohl intensivste alemannische Zeit erlebte Ritt 1965 bis 1973 als AHP der Alemannia. Er war den Aktiven gegenüber ein grosszügiger Partner. Mit persönlichen Gesprächen in seinem unverdorbenen Walliser Dialekt gewann er das Vertrauen der Jungen.
Höhepunkt war das 75. Jubiläum der Alemannia 1970. Der Geschichtsschreiber erwähnt: «Noch selten war so viel Prominenz, Geist, Freude und Vitalität unter der gleichen Fahne besammelt, wie an diesem Wochenende.» AHP Halter v/o Ritt konnte Bundesrat Ludwig von Moos sowie einige Stände- und Nationalräte begrüssen.
Ritts berufliche Erfahrungen prägten die Führung der Alt-Alemannia. Er verfolgte seine Anliegen mit Beharrlichkeit und viel menschlicher Wärme. Das Augustinus-Zitat «Halte Ordnung und die Ordnung wird dich halten» war seine Leitlinie. Ritt setzte sich während seiner Aktivzeit in Fribourg stark für die Anliegen des Schw. StV ein. Am Zentralfest 1950 in Sursee wurde er zum VCP gewählt.
Er pflegte den Kontakt zur Basis, marschierte auch dreimal mit den Wandernieren an die Zentralfeste. Von 1987 bis 1992 war er Präsident des Altherrenbundes. Als Vorsitzender des Jubiläumskomitees «150 Jahre Schw. StV» im Jahr 1991 durfte er den Festkalender bestimmen und begleiten. In der Feierstunde an der «Wiege des StV» beim Haus des Gründungsvaters Karl Styger erinnerte AHB-Präsident Ritt mit eindringlichen Worten an die Verpflichtungen des StV in Staat und Kirche.
Anknüpfend an die Vereinsdevise «virtus, sciencia, amititia», rief er auf zur Pflege echter Lebensgemeinschaft von Jungen und Alten: «Der Studentenverein wird so lange leben, und die einzelnen Verbindungen werden so lange in ihm lebendig bleiben, wie christliche Studenten in seinen Reihen ihre geistige wahre Heimat finden.»
Er schloss mit dem Appell: «150 Jahre sind nicht genug, liebe Freunde. Wir wollen den Riesenkampf auch heute wagen.» Diese eindringlichen Sätze von Ritt haben auch heute noch ihre Geltung. Sein grosses Anliegen war die Publikation der StV-Geschichte 1841–1991. Er unterstützte aCP Univ. Prof. Urs Altermatt v/o Solo, der 1993 das mehrsprachige Werk herausgeben konnte. 1990 nahm die AKV Burgundia Ritt als Ehrenphilister in ihre Reihen auf.
Die führungsmässige Kompetenz von Ritt war in breiten Kreisen sehr gefragt. Er war Mitglied verschiedener Kommissionen der CVP. Ritt wurde als militärischer Kommandant, als Führungskraft in der Alemannia und im StV auf allen Stufen geachtet und geschätzt. Die Förderung der christlichen Werte war ihm ein zentrales Anliegen. Er engagierte sich auch für die Unterstützung der Christen im Heiligen Land und wurde 1967 in den päpstlichen Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen.
Dieser Orden unterstützt die Christen im Heiligen Land materiell und ideell. Ritt war 1986 Mitgründer der Komturei Bern – 8 der 15 Gründungsmitglieder waren StVer. Selber amtete er 14 Jahre als deren Präsident. Ein besonderes Anliegen war für Ritt die Ökumene. Für ihn waren Christen, ob katholisch oder reformiert, Christen. So half er während vieler Jahre mit, in der Altersresidenz Egghölzli ökumenische Andachten zu gestalten. Seine offene Art, auf Mitmenschen zuzugehen, machte ihn auch im hohen Alter sehr beliebt.
Lieber Ritt, du warst für uns ein grosses Vorbild, ein Leader mit Weitblick, ein einfühlsamer Freund. Du hast für die Alemannia und für den Schw. StV während Jahrzehnten Grosses geleistet. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen.
Hans Troller v/o Splitter


