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23. März 2023 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Lucky (1943-2023)

 

Unser lieber AH Marius Heimgartner v/o Lucky ist am 19. März 2023 verstorben.

Die Trauerfeier findet statt am 25.03.2023, 10.00 Uhr, in der Pfarrkirche Visp. Auf Wunsch des Verstorbenen wird auf eine Fahnendelegation in der Kirche und eine studentische Abschiedsfeier verzichtet.


  • RIP Lucky (1943-2023)

 
 

Rubrik: RIP

28. Mai 2022 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Brüll (1946-2022)

 

Unser lieber AH Walter Zehnder v/o Brüll ist am 22. Mai 2022 verstorben.

Die Trauerfeier findet statt am 30.05.2022, 14.00 Uhr, in der Friedhofskapelle Hönggerberg, Zürich. Der Ort der studentischen Abschiedsfeier wird vor Ort bekannt gegeben.


  • RIP Brüll (1946-2022)

Nekrolog von Meyer v/o Moro

Als jüngster Spross, geboren am Nationalfeiertag der Schweiz, 1. August 1946, wuchs Brüll zusammen mit fünf Geschwistern in Brig im Haus des Sanitärinstallateurs Zehnder, genannt Rohrlibieger, sicher schon als gefitztes Bürschchen auf. Nach der Grundschule im Spiritus Sanctus zur Matur, braver Ministrant und aktiv in der Brigensis mit dem Vulgo Nussi – er liebte Spanischnüssli –, verbrachte er während der Jugendzeit viele Tage auf der Alp im Rothwald. Daselbst, zu Beginn ohne Wasser und Strom, dafür mit viel Vieh, scharte er im Spiel immer viele Kinder um sich. Die Alp gehörte seiner Mutter, mit der ihn eine innige eziehung verband. Er lud sie auch zu einem Flug nach Athen ein.
 
Nach Semestern in Basel, wofür er als C-Maturus Latein nachholen musste, schloss er als lic. iur. (sicher utriusque) an der Alma Mater Bernensis ab. Danach war er juristisch und treuhänderisch tätig, zuerst beim Bund, später als Jurist bei Anwälten und schlussendlich bei der UBS.
 
Brüll erlebten wir als eingefleischten Walliser, dessen Dialekt er zeitlebens pflegte, ja zelebrierte. Nach zweimaligem Burschenexamen – Cantus singen war nicht seine Stärke – war er zeitlebens ein engagierter aktiver Altherr. So bleibt seine Zeit als Regionalvertreter von Zürich mit Organisation vieler Stämme und Anlässe, davon zweimal als OK-Präsident der Junifahrt, unvergesslich.
 
Wir erinnern uns an die grossartige, am Schluss bierselige Hochzeitsfeier im Hotel Bellevue auf dem Simplon. Dort verband er sich mit Rita, geborene Stocker, für die lebenslange Zweisamkeit. Letzteres entwickelte sich rasch zu einer christlichen Familie mit den Kindern Roman, Manuela, Nathalie und Kilian. Als Familienmensch durfte er seine Kinder unterstützend und wie ein treubesorgter Lehrer – eine seiner Stärken – aufwachsen sehen und sich kurz noch als glücklicher Grossvater an Elina erfreuen.
 
Im Militär war er ein strenger, aber respektierter Hauptmann, von dort wohl sein Vulgo Brüll. Er kommandierte die Briger Gebirgsfüsilierkompanie, dann eine Landwehr- und eine Landsturmkompanie – das waren noch Zeiten. In der CVP – heute in der Mitte anzutreffen – politisierte er, hielt Ansprachen (1. August) und publizierte viel im «Walliser Boten». Er brillierte auch als Stadtführer – letztmals zu Ritas Geburtstag auf einem Zwingli-Walk mit Abschluss beim Zwingli-Denkmal. An ihm ist wahrhaft ein Lehrer verloren gegangen.
 
Wir Consemester (Iltis, Gagel, Kanzler+, Trotzli+, Schoppe, Wenzel und der Unterzeichnende) durften einige erinnerungswürdige Consemester-Treffen in Begleitung unserer Ehefrauen geniessen, letztmals mit Start in seinem neuen Familienhaus an der Segantinistrasse in Zürich, über dessen Eingang die Inschrift «Soli Deo Gloria» auf seinen ihn begleitenden und gelebten Glauben hinweist.
 
Trotz seiner seit längerer Zeit bestehenden gesundheitlichen Beschwerden und zahlreicher Behandlungen und Kontrollen hat Brüll dank seiner tief im christlichen Glauben verankerten Lebenshaltung den ihm eigenen Humor nie ganz verloren.
 
Brüll bleibt uns als verschmitzt lächelnder Walliser, gastfreundlicher und neugieriger Freund sowie engagierter Staatsbürger in liebevoller Erinnerung.
 
Im Kreis seiner geliebten Familie verstarb er am 22. Mai.
 
R.I.P.
 
Urspeter Meyer v/o Moro

Rubrik: RIP

4. Mai 2022 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Alto (1930-2022)

 

Unser lieber AH Otto Jungo v/o Alto ist am 2. Mai 2022 verstorben.

Die Trauerfeier findet statt am 6. Mai 2022, 10.00 Uhr, in der Kirche St. Paul, Freiburg (Schönberg). Der anschliessende Trauerkommers wird im Gasthaus St. Martin in Tafers (Juchstrasse 1) durchgestropht.


  • RIP Alto (1930-2022)

Nekrolog

Alto wurde am 16. Juli 1930 den Wirtsleuten Marie und Pius Jungo durch die Dorf-Hebamme Lina Lehmann als viertes von sechs Kindern in die Wiege gelegt. Im damals renommierten Gasthof zum weissen Kreuz in Schmitten erlebte er eine glückliche Kindheit. Während Vater Pie als Kommandant im Jura an der Grenze diente, wohnten die Kinder zeitweise bei einer Tante, um die Mutter zu entlasten, welche die Wirtschaft führen musste. Die beiden Onkel, der eidg. Oberförster Josef Jungo v/o Moses und der legendäre Sekundarlehrer Albert Reidy haben wohl mitbewirkt, dass der aufgeweckte Otto studieren durfte. Albert Reidy erteilte ihm auch Klavier- und später den ersten Orgelunterricht. Nach der Matura wählte er die Neu-Romania. Zu seinem Vulgo Alto führte wohl seine Heldentenorstimme.

Nach dem zweiten Prope vollendete er das Medizinstudium in Bern als Burgunder. Seine Assistenten- und Oberarztzeit verbrachte er an verschiedenen Spitälern, vor allem in St. Gallen, wo er seine spätere Gattin kennen lernte. Alto spezialisierte sich in der damals noch jungen Disziplin Rheumatologie und war ein Pionier der Manualtherapie. Nachdem aus einer Praxiseröffnung in Schmitten wegen dem Amtsschimmel nichts wurde, installierte er sich in Freiburg mit Sicht auf Saane und Loretto. Um 1970 amtete er als Präsident der Freiburger Ärztegesellschaft und bewirkte als Gegner von Staatsrat Denis Clerc die Versorgung des Kantons mit einheimischen Hausärzten. So wurde ich nach Schmitten platziert und er organisierte mir sogar Bauland von seiner Familie. Alto war ein empathischer Arzt mit Leib und Seele. Nach seiner Praxisübergabe hat er noch lange tageweise praktiziert. In der Verbindung Neu-Romania wurde er sehr geschätzt als interessanter, belesener Gesprächspartner, der gerne dozierte. Über das Ex-Trinken konnte er sich heftig aufregen.

Alto war kulturell vielseitig interessiert. Einen hohen Stellenwert nahm die Musik ein. Er war ein begeisterter Chor- und begehrter Projektsänger. In seinem Haus steht nicht bloss ein Klavier, eine Bierorgel, sondern eine Konzertorgel. Regelmässig wirkte er als Kirchenorganist. Zudem organisierte er Reisen für Musikliebhabende (Organisten, Chorleitende usw.).

Wie sein Vater wurde er Offizier. Er wirkte als Bataillonsarzt im legendären Inf Rgt 1, später als Major und Aushebungsarzt. In der Schweiz und international präsidierte er katholische Ärzteorganisationen. Er war ein beliebter, hilfsbereiter Nachbar und dank seiner Gattin auch Familienmensch. Ich selbst hatte mit Otto Kontakte seit meiner Jugendzeit, war doch sein Vater der beste Freund meines Vaters. Dann vermittelte er mir die Praxis in Schmitten.

Auch die Altherrenstämme mit ihm bleiben mir in bester Erinnerung. Leider in den letzten zehn Jahren nicht mehr, es wurde still um ihn. Vor etwa vier Wochen brach er sich eine Hüfte. Darauf verschlechterte sich sein Zustand massiv und er konnte sterben - wie es sein Wunsch war musste er nicht lange leiden. R.I.P.


Dr. med. Robert Schwaller v/o Nof (Zähringia, Neu-Romania, Turicia)

 

 

Rubrik: RIP

29. März 2022 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Crawl (1927-2022)

 

Unser lieber AH Toni Meier v/o Crawl ist am 23. März 2022 verstorben.

Die Trauerfeier findet statt am 01.04.2022, 14.00 Uhr, in der Kathedrale Chur. Der anschliessende Trauerkommers wird im Hotel Stern durchgestropht.


  • RIP Crawl (1927-2022)

 

Nekrolog

Ganz kurzfristig wurde mir aufgetragen, heute am Trauerkommers für meinen Bier-Grossvater Crawl zu reden.

Crawl besuchte das Gymnasium im Kollegi Schwyz und trat dort in die Gymnasialverbindung Suitia ein. Anno 1947, also genau vor 75 Jahren wurde er an der GV Einsiedeln in den StV aufgenommen. Die akademischen Studien begann er in Freiburg, wo er Alemanne wurde. Er beendete dann die Ausbildung an der Uni Bern, wo er selbstverständlich der Burgundia beitrat. Er war immer ein sehr aktiver Korpsstudent und genoss das Studentenleben in vollen Zügen. Es gäbe da viele Anekdoten zu erzählen, nur ein Muster will ich erwähnen. Seinen eher unerwarteten Erfolg beim 2. propädeutischen Examen feierte er so: Begleitet von Füxen, welche auf Tablaren volle Becher Bier trugen und einen «Kotzkübel» bereithielten, ging er vom Alemannenstamm zum Bahnhof (immerhin etwa 750 Meter!). Unterwegs machte er alle etwas 80 Schritte einen Salto frei in der Luft und trank einen Becher ex. In den Freiburger Nachrichten war ein Tag später zu lesen: «Ein Student feiert sein Examen auf ganz spezielle Weise».

Interessant ist das Thema seiner Dissertation. Er untersuchte, ob intensives Trompeten- oder Posaunenspielen die Stellung der Frontzähne beeinflussen könnte. Er entwickelte selbst eine Messmethode und untersuchte Rekruten einer Militärmusikschule. Das Resultat kenne ich leider nicht, die Dissertation wurde aber angenommen und er erwarb sich so den Doktortitel.

Sein Vulgo Crawl deutet auf seine grosse Sportbegeisterung hin. Er brachte es bis in die Schweizerauswahl im militärischen 4- oder 5- Kampf, qualifizierte sich wegen ungenügendem Reiten aber nicht für die Wettkämpfe. Auch war er Mitbegründer des «Casting Clubs Chur» (CCC), der jeweils auf der Lenzerheide trainierte und Wettkämpfe durchführte. Seine Treffsicherheit beim Pistolenschiessen bewies er noch im Alter von 70 Jahren beim «heiteren Bauerschiessen» einem Wettkampf zwischen Alemannen und Neuromanen aus der Region.

Crawl eröffnete in Chur eine Zahnartpraxis und war bei seinen Patienten sehr beliebt, dank seiner Dienstfertigkeit. Einer gehbehinderten Witwe flickte er ihr Gebiss im Heim und nahm alles dazu Nötige mit sich.

Zu seinen Patienten gehörte auch Bischof Johannes Vonderach, mit dem er freundschaftlich verbunden war. Dank Crawl konnte die Alemannia an ihrer Maifahrt in Chur eine Führung durch’s bischöfliche Schloss samt Apéro erleben.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch erwähnen, dass Crawl aktives Mitglieder der Freimaurerloge «Libertas et Concordia» war, obwohl diese Vereinigung von der katholischen Kirche abgelehnt wird. Er aber vertiefte sich in das Pro und Contra und kam zum Schluss, er könne dort mitmachen, ohne seinem katholischen Glauben abzuschwören. In einer 2012 veröffentlichten Schrift publizierte er diese Erkenntnisse.

Aus seiner Ehe mit Margareta Solcà entsprossen drei Kinder, ein Zwillingspaar (zwei Mädchen) und ein Sohn. Crawl liebte sein «Gritli» sehr, er wusste, wie viel sie ihm wert war, aber auch sie war immer für ihn da. So ist begreiflich, dass ihr früher Tod für Crawl ein ganz schwerer Schlag war, den er bewundernswert verarbeitete. Eine zweite Belastungsprobe war der plötzliche Tod seines Sohnes ein Jahr später.

In der ARC war Crawl ein sehr aktives Mitglied, ein sehr treuer Besucher unserer Anlässe. Bis zu seinem Sterben bekleidete er das Amt des Sport-x. Beim Boccia-Spielen oder Kegeln zeigte er vollen Einsatz, beim Kegeln sogar einmal zu viel - er fiel samt Kugel vornüber, weil er vergass sie loszulassen. In bester Erinnerung blieben die Geburtstagsfeiern bei ihm daheim, einmal sogar servierte er ein Raclette, wobei er auf die tatkräftige Unterstützung aus dem Wallis zählen konnte. Ganz begeistert nahm er an den Alemannenreisen nach Rom und St. Petersburg teil. In Rom diskutierte er stundenlang mit Ruedi Heim v/o Loyola theologische Fragen und von der Fahrt nach Russland schwärmte er, dies sei seine schönste
Reise in seinem Leben gewesen. Am vergangenen Weihnachtsessen des ARC war er voll dabei und erzählte Erinnerungen aus seiner Studentenzeit.

Vor etwa zwei Monaten besuchte ich Crawl unangemeldet eines Abends. Mit einer Riesenfreude empfing und bewirtete er mich. Mir fiel auf, dass er deutlich unsicherer auf den Beinen stand. Ich sprach ihn darauf an und der antwortete mir: «ich bin nun 95-jährig und werde nicht mehr lange leben und bald sterben. Darob mache ich mir keine Sorgen, ich bin dazu bereit».

Am 23.3.2022 mailte Crawl dem hohen ARC-x Bisam, seine Geburtstagsfeier müsse auf unbestimmte Zeit verschoben werden, es gehe ihm nicht gut. Kurz später wurde er notfallmässig auf die Intensivstation des Kantonsspitals eingeliefert, wo er am 27. März verstarb. Ein grossartiger Mensch fehlt uns.

In tiefer Trauer, aber auch in christlicher Hoffnung nehmen wir Abschied vom Ihm.

Johannes Künzle v/o Mandel (AL)

 

Rubrik: RIP

23. März 2022 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Trotzli (1947-2022)

Am 20. März 2022 ist unser lieber Altherr Paul Meyenberger v/o Trotzli verstorben.

Die Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis.

Die Abdankungsfeier wird am Freitag, 13. Mai 2022, 10.30h, in der Kirche St. Peter, St. Peterstrasse 9, 9500 Wil, stattfinden.

Der Trauerkommers wird anschliessend im Restaurant Schwanen / Swan 21, Obere Bahnhofstrasse 21, Wil, durchgeführt. Nach dem Trauerkommers wird ein Apéro riche im Hof zu Wil serviert (Anmeldung bei Meyenberger v/o Scharf bis zum 30. April 2022).


  • RIP Trotzli (1947-2021)

Nekrolog

Lieber Scharf

Liebe Burgunder

Liebe Farbenbrüder

Lieber Scharf, richte bitte Deiner Mutter Fabienne, Deinen Geschwistern und allen Verwandten unser herzlichstes Beileid zum Hinschied von Trotzli aus. Wir haben einen lieben und treuen Freund verloren. Für euch war er mehr. Euer Leid können wir nur erahnen.

Die Persönlichkeit von Trotzli als Ehemann und Familienvater sowie als Arzt und Pilot wurde in der Kirche sehr eingehend und mit viel Liebe gewürdigt. Mir fällt die nicht ganz leichte Aufgabe zu, Trotzli als Couleurstudent resp. wie wir ihn als Couleurstudent gekannt haben, darzustellen. Diese Aufgabe ist aus verschiedenen Gründen nicht einfach. Wie in der Todesanzeige richtig ausgeführt, war Trotzli eine einzigartige Persönlichkeit, nicht nur im Berufsleben und im Privaten, sondern auch als Couleurstudent. Ihn in all seinen Facetten zu würdigen, würde den Rahmen einer Rede am Totensalamander bei weitem sprengen.

Die Aufgabe ist für mich auch deshalb nicht einfach, weil ich erst 1972 in die Burgundia eintrat; Trotzli war damals schon ein älteres Semester, d.h. die Sturm und Drang Zeit hatte er bereits hinter sich. Ich war deshalb auf die Mithilfe seiner Consemester angewiesen, welche mir auch sofort gewährt wurde; besten Dank an Iltis, Moro, Gaggel, um nur einige zu nennen.

Trotzli wuchs in einer Stver-Familie resp. Blockfamilie auf. Sein Vater, ein sehr angesehener Arzt in Wil war Mitglied der akademischen Verbindung Turicia. So war es naheliegend, dass Trotzli als Pennäler in die Mittelschulverbindung Corona Sangallensis eintrat. Dort wurde er auf den Namen Cupido getauft. Die Charaktereigenschaften, welche zu diesem Vulgo führten, hat er seinen leiblichen Söhnen, zumindest soweit ich diese kenne, vererbt. Er begann sein Medizinstudium in Bern, zum Glück für uns allen in Bern und nicht in einer anderen Universitätsstadt, sonst wäre er nämlich nicht Burgunder geworden. Mit ihm waren 11 Fuxen im Stall, wovon 8 der Verbindung treublieben. Heute spricht man schon bei 6 Füchsen von einem stattlichen Stall und ist sehr zufrieden. Das kann ich allerdings nachvollziehen.

Trotzli war ein guter und treuer Burgunder. Nebst dem Medizinstudium, welches er gewissenhaft und mit Leidenschaft betrieb, was ihn dann später in seinem Beruf zu Gute kam, wie wir dies heute Morgen in der Kirche gehört haben, hat er auch noch ein Leben ausserhalb des Stammes geführt. Es war also keineswegs so, dass Trotzli in die Verbindung eingetreten wäre, weil er sonst keine Freundschaften gehabt hätte, was öfters von Wilden angetönt wird. Für seine Ausflüge musste er mobil sein. Bereits während der Studentenzeit hatte er ein Auto der Marke Mercedes. Ob dies heute noch, oder wieder – ich denke an die Klimajugend – etwas Aussergewöhnliches ist, weiss ich nicht. Damals war es auf jeden Fall nicht die Norm.

Es gäbe verschiedene Erlebnisse über Trotzli zu erzählen und zu berichten. Ich halte mich allerdings an den Grundsatz, welcher zu meiner Verbindungszeit galt und wohl auch heute noch gilt, dass das was am Stamm, resp. im Verbindungsleben passiert, geheim ist und bleibt und nicht an die grosse Glocke gehängt wird. Die Geheimhaltungspflicht mag gewissen Parlamentariern, resp. Kommissionsmitgliedern fremd sein. Wir Burgunder halten uns auch post mortem daran. Trotzdem erwähne ich den Fuchsenbummel nach Zermatt, welcher allen Consemestern in bester Erinnerung geblieben ist, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Anzug von Trotzli plötzlich nicht mehr dunkel, sondern weiss war. Wer dabei war, weiss was ich andeute.

Trotzli versuchte, auch literarische Werke in die Tat umzusetzen. Offensichtlich hat er aber die Novelle von Conrad Ferdinand Meyer, der Schuss von der Kanzel, leicht falsch verstanden und so kam es, wenn auch unfreiwillig, zum Schluss beim Kanzler. Ob das Klavier diesen Schuss überstanden hat, entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber nicht wichtig.

Als ich 1972 in die Burgundia eintrat, habe ich den hohen total dispensierten Trotzli angefragt, ob er mich als Biersohn annehme und er hat Gott sei gepriesen, ja gesagt. Ich habe eine sehr gute Wahl getroffen. Ich erinnere mich bestens an sein ansteckendes Lachen, aber auch an die verschiedensten Gespräche, welche wir, sei es am Stamm, sei es im Bierhübeli führten. Dass diese immer tiefgründig waren, kann ich nach 50 Jahren beim besten Willen nicht mehr mit Sicherheit bestätigen. Sie waren auf jeden Fall anregend, erleichternd, kurzum lustig und amüsant; Begegnungen, die ich nicht missen möchte. Ich erinnere mich an die gemeinsame Abholung, an das rauschende Hochzeitsfest am Bodensee und an vieles mehr, was ich allerdings heute, nicht coram publico verrate.

Seiner Lebensverbindung, der Burgundia, blieb er, solange es gesundheitlich möglich war, treu. Mit seinen Consemestern traf er sich jeweils vor dem Weihnachtskommers zum gemeinsamen Nachtessen. Alle Jahre wurde ein Consemestertreffen durchgeführt. Trotzli und Fabienne haben die Consemester nach Mallorca, ihrer zweiten Heimat, eingeladen und aufs fürstlichste bewirtet.

Nebst den Eigenschaften, in der Todesanzeige wird seine Empathie, sein Humor, seine Geselligkeit und Lebensfreude aufgeführt; dies vollkommen zu Recht. Trotzli zeichnete sich aber auch durch Grosszügigkeit aus. Gerade im Studium haben wir dies sehr geschätzt.

Leider haben wir uns nach dem Studium etwas verloren. Chur lag für ihn und Wil für mich nicht an der Strecke. Ich wusste indessen, dass ich mich auf Trotzli, meinem Biervater, verlassen konnte, wann immer ich dies bedurfte.

Lieber Biervater Trotzli: ruhe in Frieden. Wie auf der Todesanzeige so schön vermerkt, bist du gestorben zu neuem Leben, erlöst, befreit, nichts mehr was dich schmerzt.

Damit schliesse ich. Beim anschliessenden Steh-Apéro werden wir Gelegenheit haben, uns weiter über Trotzli zu unterhalten. Dieses Thema wird nicht so schnell beendet sein.

Pius Fryberg v/o Perkêo

Rubrik: RIP

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