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12. August 2024 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Dugu (1931-2024)

 

Unser lieber AH Guido Künzli v/o Dugu ist am 1. August 2024 verstorben.

Die Beerdigung fand am 6. August 2024 in der Pfarrkirche von Stans statt.


  • RIP Dugu (1931-2024)

Nekrolog

Liebe Burgunder und Neu-Romanen

Bei vielen Freunden von Dugu aus der Kollegi-Zeit, der Neu-Romania und besonders aus der Burgundia werden nach dessen Hinschied Erinnerungen aus vergangenen Zeiten geweckt. Stans, Freiburg und Bern waren jene Stationen, die uns prägten. Während vieler Jahre und bis in die letzten Tage blieb diese Freundschaft wach.

Die Familie hat mir gestattet, ihr Gedenken nach Dugu`s Heimgang an all Jene weiter zu tragen, die diese lange Freundschaft pflegen durften. Wir trauern mit ihnen. Du warst uns ein guter Vater und Grossvater!

Geboren bist Du am 22. Dezember 1931, am Tag des Stanser Verkommnisses, in Langendorf bei Solothurn. Und jedes Jahr, wenn am 22. Dezember um sechs Uhr abends in Erinnerung an dieses historische Ereignis in Stans und im ganzen Kanton die Glocken aller Kirchen und Kapellen eine Viertelstunde lang läuten, hast Du mit einem Lachen im Gesicht verkündet: «Sie läuten für mich, weil ich Geburtstag habe!»

Du bist zusammen mit drei Schwestern und einem Bruder aufgewachsen. Deine Kindheit und Jugend waren von Entbehrungen geprägt. Früh hast Du, der Jüngste der Geschwister, zu Hause mitgeholfen und Verantwortung übernommen. Viel Zeit hast Du im Wald verbracht, Holz für den Winter gesammelt und gespalten und so für Wärme in Deiner Familie gesorgt. Mit 17 Jahren hast Du Deinen Vater verloren. Nach diesem Schicksalsschlag hast Du Dich um seine Bienenvölker gekümmert, warst Du für die Imkerei verantwortlich und hast mit dem Verkauf des Honigs einen bedeutenden Beitrag zum Familieneinkommen geleistet.

Nach der Primarschule und einem Jahr im Internat Guglera in Freiburg bist Du ins Kollegium St. Fidelis nach Stans gekommen. Dank guter Noten konntest Du gleich eine Klasse überspringen. Mit Deinen Klassenkameraden verband Dich eine lebenslange intensive Freundschaft. Stans, das war nicht nur der Ort, wo Du bei den Kapuzinern die Matura mit Bravour bestanden hast. Stans wurde in jenen Jahren zu Deinem Schicksalsort, denn in der Bäckerei Zimmermann, am Rathausplatz 3, lebte die schöne Bäckerstochter Gret, Deine grosse Liebe. 1959, an einem strahlenden Frühlingtag, habt ihr euch in der Kapuzinerkirche das Ja-Wort gegeben.

In Bern hast Du Dich für die Zahnmedizin entschieden. Nach dem Studienabschluss und der Heirat mit Gret bist Du ins Berner Oberland gezogen. Es folgten glückliche Jahre. Vier Kinder durften unter Deiner Obhut aufwachsen: Annegret, Regula, Felix und Daniel. Nach der Eröffnung einer eigenen Praxis in Brienz und dem Bau eines Hauses konntest Du Dich auch Deinen vielen Hobbys widmen, unter anderem dem Fischen, dem Pilze und Beeren sammeln und dem grossen Garten, den Du mit Gret gehegt und gepflegt hast.

Unsere Mutter Gret hat ihre Heimat Stans immer vermisst. So seid ihr nach Deinem 60. Geburtstag wieder nach Stans gezogen. Hier hast Du auf der Liegenschaft von Grets Elternhaus nochmals ein Haus gebaut. An der Stelle der «Holzhütte» entstand an der Mürg, in unmittelbarer Nachbarschaft des Theaters, euer neues Zuhause. Und im «Magazin», wo früher die Mehlsäcke gelagert worden sind, hast Du eine Schreinerei eingerichtet, antike Möbel restauriert und dazu Opern gehört. Du warst kulturell sehr interessiert und hast auch eine grosse Bildersammlung zusammengetragen. Nach einigen Jahren im neuen Haus an der Mürg haben Gret und Du dieses verlassen und seid in den 2. Stock eures alten Fruonz’schen Hauses am Rathausplatz umgezogen. Tagtäglich bist Du dort stundenlang auf der Veranda gesessen, hast gelesen, geraucht, den Vögeln zugeschaut, Gäste empfangen und von diesem Hochsitz aus das Kommen und Gehen auf dem Rathausplatz beobachtet. Wer Dich kannte und dort hinter den Fenstern sitzen sah, winkte zum Gruss, den Du noch so gerne erwidert hast.

Grets Tod im Jahre 2014 war ein tiefer und grosser Verlust, den Du nie verwunden hast. Dank der Fürsorge Deiner Tochter Regula, der Unterstützung von Klärli Burch, vielen anderen Helferinnen und der Spitex Nidwalden folgten zufriedene Jahre am Rathausplatz 3. Doch nochmals musstest Du einen grossen Verlust hinnehmen. Der frühe Tod von Regula im Oktober 2022 traf Dich hart.

Nach einem kurzen Spital-Aufenthalt Ende des letzten Jahres bist Du ins Pflegeheim gekommen. Du hast Deine Wohnung sehr vermisst, obwohl Du in der «Nägeligasse» gut betreut wurdest. Dort hast Du nun still und leise am Nachmittag des 1. August Deine letzte Reise angetreten.

Lieber Papi, lieber Grosspapi, Du hast unsere Zeit auf dieser Erde geprägt und verschönert. Wir vermissen Dich und werden Dich immer in unseren Herzen bewahren.

Voller Dank nehmen wir Abschied von einem grossartigen Menschen.

Eugen Ettlin v/o Mau-Mau

Rubrik: RIP

24. Juni 2024 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Fasli (1930-2024)

 

Unser lieber AH Theo Fischer v/o Fasli ist am 14. Juni 2024 verstorben.

Für die Beisetzung treffen wir uns am 09.07.2024 um 09:15 Uhr auf dem
Friedhof Dägerstein, Sursee. Der Trauergottesdienst beginnt anschliessend
um 10:15 in der Pfarrkirche St. Georg in Sursee


  • RIP Fasli (1930-2024)

Nekrolog

Liebe Neu-Romanen
Liebe Burgunder
Werte Freunde von Theo Fischer v/o Fasli

Wenn ich heute meinen Paktikantenvater und Neu Romanen Dr. Theo Fischer v/o Fasli verabschieden und würdigen darf, denke ich vor allem an seine Grundsatztreue, seine Liebenswürdigkeit, seinen Humor und auch seine Schlagfertigkeit.

Meinen Rückblick gliedere ich in folgende Teile

  • Die Stationen seines beruflichen Werdeganges
  • Der Homo Politicus
  • Die Aktivitäten in den Verbindungen und im SchwStv

Theo Fischer als Mensch
Die Stationen seines beruflichen Werdeganges

Theo Fischer wurde am 15. Februar 1930 in Triengen, im Surental geboren. Er absolvierte dort die Primarschule und besuchte anschliessend die Kantonsschule in Sursee.

Nach kurzer Zeit wechselte er zu den Kapuzinern nach Stans. Nach bestandener, Matura Typ A zog es ihn nach Freiburg i. Ue. Dort studierte er Jurisprudenz und schloss dieses Studium innert nützlicher Frist mit Erfolg ab. Wie es damals üblich war, bildete er sich bei Gastsemestern in Bern (W/S 1954/55) und Paris weiter.

Im Jahre 1958 bestand er die Anwalts- und Notariatsprüfung und eröffnete in Sursee in einer Praxisgemeinschaft mit Dr. Peter Ehret im Jahre 1960 eine eigene Anwaltskanzlei.

Beim bekannten Immatrialgüterrechtler Professor Dr. Alois Troller dissertierte er und promovierte im Jahre 1961.

Der Titel seiner Dissertation lautet: "Schadenberechnung im gewerblichen Rechtsschutz, Urheberrecht und unlauteren Wettbewerb"( BGE 122 III 219 S 222 !).

Theo Fischer folgte auch dem Ruf des Vaterlandes. Nach Absolvierung der Rekrutenschule folgte die UO mit anschliessender OS. Er war ein legendärer Sicherheitsoffizier. Als Abschluss seiner Offizierskarriere trat als Major in das Platz Kdo 210 Sursee ein.

Bereits als junger Anwalt erwarb sich Theo Fischer in Sursee einen sehr guten Ruf und konnte diverse Wirtschaftsgrössen als Stammkunden von seinen Fähigkeiten überzeugen; seine Anwaltspraxis lief ausgezeichnet.

Er konnte beim grossen Konkurs der Firma Brun wie auch bei der Liquidation der Bank Brunner in leitender Funktion mitwirken.

Als versierter Wirtschaftsanwalt wurde er dann in wirtschaftlich turbulenten Zeiten bei der Luzerner Kantonalbank Verwaltungsratspräsident. Zusammen mit dem Direktionsvorsitzenden Karl Schmid und später mit dem CEO Fritz Studer sorgte er in der Folge dafür, dass unsere Luzerner Kantonalbank wieder in ruhigere und sichere Gewässer kam.

Während seiner ganzen Anwaltstätigkeit hat Theo Fischer viele Praktikantinnen und Praktikanten ausgebildet. Er hat den angehenden Anwältinnen und Anwälten seine rechtlichen Ideale nicht nur beigebracht, sondern auch vorgelebt. Ich hatte das Glück, einer seiner Praktikanten zu sein.

Fasli nahm zahlreiche Mandate in der Wirtschaft, in Verbänden und bei Organisationen wahr, unter anderem war er Präsident des Luzerner Anwaltsverbandes, der Sursee-Triengen Bahn sowie der kantonalen Denkmalpflege. Er wurde in den Bankrat der Schweizerischen Nationalbank berufen, war Präsident des Schweizerischen Kantonalbankverbandes und Mitglied der Kantonalen Gebäudeversicherung, um nur einige seiner Engagements zu nennen.

Fasli als homo politicus

Schon in jungen Jahren interessierte sich Theo Fischer für die Politik. Zusammen mit seinem Farbenbruder Hans-Peter Fischer v/o Last - dieser war damals bereits Grossrat - kandidierte er bei den Wahlen Ende der 60-iger Jahre. Beide scheiterten grossartig.

Last verärgerte die Bauern wegen seiner Initiative, dass auch Hofhunde im Kanton besteuert werden mussten. Statt zu resignieren sagten die beiden Freunde via ihren Chefsekretärinnen sämtliche Termine ab und unternahmen eine vierwöchige Amerikareise.

In den Jahren 1971 bis 1984 war er im Grossrat des Kantons Luzern. Die damalige CVP des Amtes Sursee portierte ihn dann als Nationalrat und beschrieb seine Fähigkeiten wie folgt:
Theo Fischer ist kein Hau-Ruck-Kandidat, der sich mit markigen Sprüchen in den Vordergrund schiebt; vielmehr ist er ein zäher, harter und ausdauernder Schaffer und Sachpolitiker mit Vorliebe für Detailarbeiten in den Kommissionen.

Bei den NR-Wahlen 1979 wurde Theo Fischer 1. Ersatzmann und rückte auf Josy Meier, welche Ständerätin wurde, in die grosse Kammer nach.

Sein Spruch: «Das ist das erste Mal, dass ich politisch von einer Frau profitierte.»

Im Nationalrat glänzte er nicht durch viele Vorstösse sondern als seriöser Arbeiter
im Parlament!

Seinen spektakulärsten Erfolg feierte er, als das Parlament entgegen dem Antrag des Bundesrates die Subventionen an Altersheime verlängerte und die Bundesbeiträge zu Gunsten der Sozialschulen guthiess.

Fasli und der STV

Fasli trat via der Struthonia Stans in den schweizerischen Studentenverein ein. In Freiburg entschied er sich im Jahre 1951 für seine Lebensverbindung, die Neu-Romania; er wurde im Sommersemester 1954 deren Senior.

Fasli nahm regelmässig am Wildfrass teil und besuchte auch immer die Kulturan-lässe der Neuromanen. Am Neuromanen Stamm im Lapin Luzern fehlte er selten.

Er freute sich, dort mit seinen Verbindungsbrüdern über Gott und die Welt zu disku-
tieren.

Obwohl organisiert, war es ihm leider nicht mehr gegönnt, am Neuen Stamm im Restaurant Wilder Mann zu erscheinen und mit seinen alten Freunden anzustossen.

Im Wintersemester 1954 zog es ihn nach Bern, wo er der Burgundia beitrat. Nach seinem Studium war er ein regelmässiger Besucher des Weihnachtskommerses.

Als ich wenige Tage vor seinem Tode mit Fasli im Wilden Mann den obligaten Apéro zelebrierte, erzählte er mir die Episode, welche sich bei der Beerdigung von Bundesrat Escher im Wallis abspielte:

Damals war ein Burgunder Vizepräsident der SBB und organisierte einen Extrazug für die Hin- und Rückfahrt. Als die Burgunder zur vereinbarten Rückfahrt erschienen, war kein Zug vorhanden. Der organisierende Vizepräsident verfügte dann offenbar Freibier und Gratisrückfahrt.

Am Folgetag konnten dann die Burgunder mit der Roten Mütze gratis zurückfahren.

Ein Grossteil der Couleuriker hat dann offenbar zu viel des feinen Saftes genossen: Fasli war unter ihnen!

Fasli war auch Altherr der Surlacia und der Berovia. Vor allem bei der Surlacia war er ein gern gesehener Gast. Als diese Verbindung für die Fahne ein Patenpaar suchte, stellten sich zwei STVer zur Verfügung. Fasli trat nobel zurück; seine Ehefrau Margrit Fischer-Willimann v/o Sufra sprang für ihn ein, Fasli bezahlte!

Fasli nahm regelmässig an der GV des SchwStV teil. Am Freitag und Samstag trug er den Neu Romanen Stürmer, am Sonntag die Burgundermütze.

Am Zentralfest Sursee im Jahre 1977 amtete Fasli als OKP.

Während des Jahres nahm Fasli bis ins hohe Alter regelmässig am Amtsverbandsstamm im Wilden Mann teil.

Fasli als Mensch

Bis in die 60-iger Jahre ist Theo Fischer ein überzeugter Junggeselle gewesen.

Im Zusammenhang mit der Einweihung des neuen Pfarreiheimes in Triengen stellte Theo Fischer mit Freunden ein Kabarrett auf die Beine, mit dabei war auch die damals 17-jährige Margrit Willimann, welche er bei dieser Gelegenheit kennen und schätzen lernte.

In der Folge wurde Margrit im Verlaufe der Jahre immer wieder von Theo zu Anlässen eingeladen. So richtig funkte es dann erst ab den 70-iger Jahren. Im Jahre 1975 heirateten sie. Mit seiner Ehefrau Margrit verfiel Theo Fischer einem richtigen Reisefieber; die ganze Welt wurde erkundet.

Fasli war ein lebensfroher, humorvoller und geselliger Mensch, immer positiv denkend. Er hat mit seiner grosszügigen Art den Mitmenschen und auch der Gesellschaft viel weitergegeben.

Dank seiner Verbindung zu seinem Doktorvater Alois Troller war er bereits mit 30 Jahren Gönner bei den Internationalen Musikfestwochen Luzern. Jahrelang sah man ihn und Margit jeweils nach den Konzerten durch den Bahnhof Luzern eilen, damit sie nicht den Zug nach Sursee verpassten.

Fasli war auch ein belesener Mensch und nahm am gesellschaftlichen Leben regen Anteil. Bis ins hohe Alter war er ein guter Skifahrer und Golfer. Er konnte sehr gut kochen und war auch Mitglied der Chaîne des Rôtisseur Suisse.

Er liebte das Wasser, sei es auf dem Schiff, als Aktiver bei Regatten auf dem Sempachersee oder beim Schwimmen in seinem Pool.

Als es ihm gesundheitlich schlechter ging, jammerte er nicht über seine altersbedingten Zipperlein sondern versuchte daraus das Beste zu machen.

Als er auf Grund mehrerer Stürze im Frühling 2024 in das Pflegeheim musste, sprach er immer von seiner roten Ferienresidenz. Seinen Witz und seine Schlagfertigkeit behielt er bis zuletzt.

Lieber Fasli, du wirst uns fehlen. In unseren Herzen wirst du aber bleiben und wir werden dich in bester Erinnerung behalten.

Gehalten am 9. Juli 2024 von Josef Steiner v/o Chlöder (GV Berovia, AKV Neu-Romania, AV Semper Fidelis)

Rubrik: RIP

14. Januar 2024 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Star (1937-2024)

 

Unser lieber AH Heinz Hausheer v/o Star ist am 9. Januar 2024 verstorben.

Die Trauerfeier findet am 02.02.2024, 14.00 Uhr, in der Klosterkirche Engelberg statt.


  • RIP Star (1937-2024)

 
 

Rubrik: RIP

27. Juli 2023 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Clairon (1933-2023)

 

Unser lieber AH Markus T. Drack v/o Clairon ist am 22. Juli 2023 verstorben.

Die Urnenbeisetzung findet am 11.08.2023 um 13:30 Uhr auf dem Bremgartenfriedhof und die Abschiedsfeier um 15:00 in der Kirche Dreifaltigkeit in Bern statt.

Der Ort des Trauerkommerses wird vor Ort bekannt gegeben.


  • RIP Clairon (1933-2023)

 
 

Nekrolog

Am 11. August hat die Burgundia Abschied von einem Farbenbruder genommen, der eine grosse Persönlichkeit war, ein treuer und immer aktiver sowie kritischer Zeitgenosse und Couleurfreund.

Markus Drack v/o Clairon hat bis kurz vor seinem Tod die Ereignisse und Entwicklungen im Schweiz. Studentenverein mit lebhaftem Interesse verfolgt. Noch im Spätwinter wollte er nach einem Aufruf der Civitas zu Reformvorschlägen zum Zentralfest mit Florett und mir eine Eingabe formulieren, die leider durch den Tod seiner Frau am 19. April und seine schnell nachlassende Gesundheit nicht mehr zustande kam. Sicher ist, dass seine Reformvorschläge zum Zentralfest des StV nicht bei Äusserlichkeiten stehen geblieben wären, sondern eine grundsätzliche Hinterfragung des Festprogramms beinhaltet hätten: das war Clairon, der in allen Belangen kritisch mitdenkende Zeitgenosse.

Clairon war Struthone, Burgunder und Neu-Romane, sowie im Vereinsjahr 1957/58 Mitglied des Zentralkomitees (nota bene gemeinsam mit dem CP Hans Jörg Huber v/o Fall, Neu-Romania, seinem seit der Struthonenzeit zeitlebens engen Freund und überdies künftigen Schwager).

Von seiner Stanser Zeit schreibt Clairon, dass er die zwei Lyzeumsjahre im Kollegium St. Fidelis als seine glücklichsten Schuljahre empfand. «Bei den Kapuzinern habe ich auch die franziskanische Fröhlichkeit kennen gelernt und intensiv geübt.» Dabei wäre Clairon zuerst beinahe Semper Fidele geworden, er schreibt dazu: «Es war an der Kantonsschule Luzern, als mich der Senior der Semper Fidelis, Theo Kündig v/o Chnorz, als Spefuchs keilte. Kurz darauf war Sempacher Schlachtfeier. Ich wurde in eine rote Flausjacke gesteckt, erhielt eine rote Mütze und durfte an der Schlachtfeier und am Cortège ein Blumenhorn tragen. Mein Entschluss war gefasst, ich wollte Couleurstudent werden. Doch mit dem Beitritt zur Semper Fidelis wurde nichts, denn ich trat Ende des Sommersemesters für die zwei Jahre des Lyzeums ins Kollegium in Stans ein.»

Am Zentralfest in Zug 1952 wurde Clairon, resp. Boogie, wie er in der Struthonia hiess, in den StV aufgenommen.

Nach der Matura (Typus A) und der Rekrutenschule – sein Korporal war Theo Fischer v/o Fasli – trat Clairon 1953 in die Burgundia ein, wo er die Sekundarlehrerausbildung mit Schwerpunkt Geschichte absolvierte. Das von ihm anvisierte Publizistikstudium wurde damals in der Schweiz noch nicht angeboten. Später sollte er in Freiburg nicht unwesentlich zum Zustandekommen eines entsprechenden Instituts beitragen. Der Präfekt im Kollegium hatte ihm übrigens geraten: «Gäll, gosch nid zu de Burgunder», sein Vater ermunterte ihn jedoch: «Ich wür zu de Burgunder goo». Er wurde auf den Vulgo Clairon getauft, weil er in der Jungwacht begeisterter Claironbläser war. Im Fuchsenstall waren: René Schmid v/o Moustache, Walter Gmür v/o Stop und Adalbert Dirlewanger v/o Lok. Später kamen Paul Früh v/o Kapex und Raymond Lecroque v/o Skat dazu. Als einziger stud. phil. hist. wurde er von der Burgundia in alle Bildungsveranstaltungen des StV wie etwa die Gurtnellentagung geschickt, sein Engagement im Verein wuchs von Semester zu Semester. Seit Clairon bei der Stammzüglete vom Bürgerhaus ins Bristol 1954 als Bockfuchs waltete, trug er zeitlebens vor allem den Biedermeier.

Mit Clairon entwickelten, erforschten, schrieben und gestalteten wir in den 90er-Jahren gemeinsam die Burgundergeschichte, die 1998 im Druck erschien. Diese Arbeit musste wegen Infarkt und Herzoperationen von Clairon längere Zeit ruhen, resp. konnte nur in teils grösseren Zeitabständen gedeihen.

Es gab unter uns – nicht weiter erstaunlich – diverse Diskurse über die Gewichte, die wir den einzelnen Phasen der Burgundergeschichte geben sollen, Diskurse, die oft lebhaft, aber immer anregend und weiterführend ausfielen. Das Resultat steht für die nachhaltige Arbeit!

2005 folgte die gemeinsame Organisation der Burgunderreise nach Innsbruck und München, wo Clairon den Part St. Gerold, Innsbruck und Kloster Ettal übernahm. In diesem Zusammenhang erneuerte er die seit Jahrzehnten eingeschlafenen Kontakte der Burgundia zur Austria Innsbruck, einen Kontakt, den er zumindest privat bis zu seinem Lebensende aufrecht erhalten hat.

Clairon hatte eine starke Beziehung zu seinen Studienstädten. Dies gilt nicht nur für Bern und Freiburg i.Ue., sondern auch für Paris, wo er 1955 das Sommersemester verbrachte.

Die Bude in Paris übernahm er von Fasli und gab sie weiter an Erich Haag v/o Gral. Als Clairon vor wenigen Jahren das letzte Mal die franz. Metropole besuchte, sagte er danach, sichtlich bewegt: Nun habe ich von Paris Abschied genommen; es sollte einer der ersten von vielen, schrittweisen Abschieden werden.

Die Entwicklung und die Veränderungen namentlich an den Universitäten Bern und Freiburg i.Ue. hat Clairon sehr interessiert beobachtet und mit seinen vielen Studien- und Farbenfreunden diskutiert, eben immer engagiert und kritisch.

Nach diversen Vertretungen als Lehrer und einer zeitweisen Leitung der privaten Gotthelfschule im Kirchenfeld, begann Clairon Ende der Fünfzigerjahre in Freiburg im Ue. eine Dissertation. 1962 promovierte er bei Prof. Oskar Vasella, dem bedeutenden Kirchen- und Schweizergeschichtler, zum Dr. phil., mit einer Arbeit zum Thema «Der Lehrverein zu Aarau 1819-1830».

In Freiburg trat Clairon der Blockverbindung Neu-Romania bei. Er hatte sich bereits zuvor mit zahlreichen Neu-Romanen angefreundet. Er wurde einer der ganz wenigen, die entgegen dem Trend von Bern nach Freiburg zog und nicht umgekehrt. Erwartungsgemäss brannten die Neu-Romanen darauf, endlich einmal einen Burgunder einem Komplementärexamen unterziehen zu können. Clairon besorgte sich hierzu aus der Theatergarderobe des Stanser Kollegiums die Uniform eines päpstlichen Geheimkämmerers und eine Lockenperücke und liess sich von einem Fuchsen auf einem Seidenkissen die Statuten und den Komment der Neu-Romania vorantragen. Der Erfolg muss umwerfend gewesen sein.

Bereits als Student übernahm er mit einigen Freunden in Freiburg die Aufgabe, die von der Universität neu eingeführten Vorlesungen über die modernen Massenmedien zu organisieren und begründete eine der beiden Wurzeln des späteren Seminars und Instituts für Journalistik. An der Universität Freiburg unterrichtete Clairon von 1970-1998 als Lehrbeauftragter Massenkommunikation und Publizistik, Fachbereiche, die ihn seit seiner Stanser Gymnasialzeit immer bewegt haben. Er war mit diesem Fachangebot ein Pionier. Das Institut war erst kurz zuvor anerkannt worden, und manch ein StVer hat bei Clairon in den Veranstaltungen gesessen.

Clairon war zudem Mitglied der Schweiz. Vereinigung für Studentengeschichte, auch hier engagiert, indem er Aktiven Workshops für die Ordnung und Aufbewahrung des Schriftenarchivs und den Umgang mit den Dokumenten anbot.

Clairon war der Inbegriff des couleurstudentischen Gentlemans, den nichts mehr verärgerte als Oberflächlichkeit und unkommentmässiges Verhalten, so intervenierte er nicht bloss einmal bei jungen AHAH, die sich während der Festreden am Weihnachtskommers ungebührlich oder gar respektlos verhielten. Respekt ist wohl jene Formel, die in jeder Hinsicht auf Clairons politisches, gesellschaftliches und selbstredend auch farbenstudentisches Verständnis zutrifft. Clairon bewegte sich von Jugendjahren an im katholischen Vereinsmilieu.

Ich nenne hier nur stichwortartig die Jungwacht, natürlich den StV, den LIGE-Club Bern oder sein Engagement in Kirchgemeinden und in der CVP. Respekt und Offenheit standen auch hier für ihn an oberster Stelle, und kaum ein Thema – um ein Beispiel zu nennen – vermochte ihn so sehr in Rage zu bringen wie die zu recht kritisierte untergeordnete Rolle der Frauen in der Kirche. In unserem Literaturclub, der über viele Jahre gemeinsam mit Chaire, Florett und Opa debattierte, standen bei Clairons Lektürevorschlägen nota bene Frauenthemen und Autorinnen im Vordergrund.

1961 war er Redaktor und Programmmitarbeiter bei Radio Bern. Die Zusammenarbeit mit den grossen europäischen Rundfunkanstalten bedeuteten zentrale Ereignisse in seinem Berufsleben. 1965-95 war er Leiter der Information und Dokumentation, wo er für die Öffentlichkeitsarbeit und die Unternehmenskommunikation verantwortlich war, und später Stabschef bei der Generaldirektion der SRG. Eines seiner letzten Projekte bei der SRG und zum Teil bereits in Pension: Er leitete in den späten 90erJahren auf Bitte von Antonio Riva v/o Nero die Vorarbeiten und die Publikationen zur zweisprachigen Geschichte der Schweizerischen Rundfunkgesellschaft SRG. Die Publikation erhielt mehrere, auch internationale Preise.

Eine nicht unbedeutende Rolle spielte im Leben von Clairon die militärische Karriere, als Truppenkommandant und zuletzt im Range eines Obersten im Generalstab.

Zum Schluss möchte ich aus dem Vorwort zur Burgundergeschichte die von Clairon formulierte Zukunftsforderung an die farbentragenden Verbindungen zitieren:

«Es genügt nicht, herausgefordert zu werden, man muss die Herausforderungen auch erkennen und annehmen. (…) Eine Studentenverbindung hat sich den Problemen der Gesellschaft und der Universität, der an ihr betriebenen Bildung und Forschung und zu den brennenden Fragen der Zeitlichkeit und der Ewigkeit aktiv zu stellen.»

Clairon, der unermüdlich couleurstudentisch Engagierte, er ruhe in Frieden!

Hanspeter Renggli v/o Ändlech

Rubrik: RIP

12. April 2023 von netzmeister Beitrag kommentieren

RIP Lift (1968-2023)

 

Unser lieber AH Urs-Viktor Marti v/o Lift ist am 5. April 2023 verstorben.

Die Urnenbeisetzung findet statt am 20.04.2023, 12.30 Uhr, auf dem Friedhof in Münchenbuchsee BE mit anschliessender Abschiedsfeier in der Kirche. Der Ort der studentischen Abschiedsfeier wird vor Ort mitgeteilt.


  • RIP Lift (1968-2023)

 
 

Rubrik: RIP

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